Praxisnahe Vermittlung von Umweltethik durch UWK-Expertinnen für 99 Schü-lerinnen und Schüler

Praxisnahe Vermittlung von Umweltethik durch UWK-Expertinnen für 99 Schü-lerinnen und Schüler

 

Elfriede Neuhold, Andrea Höltl (Schladming/Dachstein 25.-27. Juni 2025)

Die Umwelt in den Bergen mit allen Sinnen erfassen, bewusst die eigene Beziehung dazu wahrnehmen, Eingriffe des Menschen in die Natur erkennen und hinterfragen, Natur- und Kulturräume aus umweltethischen Perspektiven betrachten und gegenüberstellen: Rund 100 Schülerinnen und Schüler durchliefen diesen Prozess des Umweltprojekts k.i.d.Z.21 (kompetenz in die Zukunft des 21. Jh.) und befassten sich mit der Frage, was eine ideale Mensch-Umwelt-Beziehung wäre und wie das erreicht werden könnte. Elfrie-de Neuhold und Andrea Höltl von der Plattform für nachhaltige Entwicklung (SDGs) waren als Expertinnen angefragt worden und begleiteten dazu fachlich die jungen Men-schen in dem Umweltprojekt während Wanderungen in der Region Schlad-ming/Dachstein. Die Teenies erstellten in unmittelbarem Eindruck der Bäume, Pflanzen und Tiere und des Berges ihre individuelle Emotional Map, also eine Landkarte ihrer Emotionen und Gefühle. Mit Naturmaterialen bauten sie entsprechend ihrer Wahrneh-mung ein Ist-Modell der Beziehung von Mensch und Umwelt. Dabei sahen die Schülerin-nen und Schüler die Rolle des Menschen durchwegs als dominierend und teils zerstöre-risch. Anschließend wurde der gewünschte Zustand diskutiert und das Ist- zu einem Soll-Modell umgebaut, welches durchgehend von einem Gleichgewicht von Mensch und Um-welt geprägt war.

Anhand eines realen Fallbeispiels, einem geplanten Windkraftpark im Land Salzburg, wurde erprobt, wie ein Soll-Zustand erreicht werden kann. Dabei erhielten die Schüle-rinnen und Schüler Einblick in die Soziokratie als alternative Entscheidungsmethode, bei der am Ende nicht nur die Mehrheit die Entscheidung gutheißt, sondern der gemeinsam entwickelte Beschluss von allen mitgetragen wird. Anfangs wurde überlegt, welche Par-teien mitentscheiden sollten. Mit viel Engagement schlüpften die Schülerinnen und Schü-ler in unterschiedliche Rollen, wie z.B. in jene der Gemeinde, der Grundstücksbesit-zer:innen, der Tourist:innen und des Windparkbetreibers. Aber auch die Natur bekam eine Stimme: die Landschaft, die Vögel, das Ökosystem und der Wind.

Dadurch wurde den Teenies spielerisch vermittelt, dass Wahrnehmungen unterschiedlich sind, dass es hier kein Richtig und kein Falsch gibt, und wir die Umwelt in unsere Be-trachtungen miteinbeziehen und uns gegenseitig offen und respektvoll begegnen sollen.

 

 

Fotos: Andrea Höltl