“Out of the Lab & Into the Streets!” Erster „Courageous Scientists Award for Environmental and Climate Justice” in Wien vergeben

“Out of the Lab & Into the Streets!” Erster „Courageous Scientists Award for Environmental and Climate Justice” in Wien vergeben

 

Am 15. November 2025 erhielten fünf Persönlichkeiten von fünf Kontinenten den jeweils mit 5000 Euro dotierten Preis, der das mutige Engagement von WissenschaftlerInnen im Kontext der Klima- und Biodiversitätskrise würdigt. Der Preis wird vom privaten „Forum ökosoziale Transformationen“ mit Sitz in Wien ab heuer jährlich vergeben. Aus 22 Nominierungen für alle Kontinente hatte der wissenschaftliche Beirat unter dem Vorsitz von PD Mag. Dr. Ernst Fürlinger (Plattform für Nachhaltige Entwicklung) am 4. September 2025 folgende PreisträgerInnen ausgewählt:

Nordamerika: Ass. Prof. Rose Abramoff, PhD (Universität Maine, USA), hat an mehreren direkten Aktionen des gewaltlosen zivilen Ungehorsams gegen die unzureichende Klimapolitik der US-Administration und die fossile Industrie teilgenommen, u.a. in Kooperation mit Scientist Rebellion, und kam deswegen mehrmals in Haft. Bei der Konferenz der „American Geophysical Union“ 2023 in Chicago entrollte sie auf der Bühne ein Banner „Out of the Lab & Into the Streets“ und wurde danach von ihrem Arbeitgeber (Oakridge National Laboratory) gekündigt.

Lateinamerika: Olivia Bisa Tirko (Peru), Soziologin und Präsidentin der Autonomen Territorialregierung der Chapra Nation im peruanischen Amazonas. Sie setzt sich für eine wirksame Sanierung der Ökosysteme (v.a. Gewässer) ein, die durch Lecks in der Nordperuanischen Pipeline von Petroperu verseucht werden. Im September 2022 ereignete sich eine Umweltkatastrophe aufgrund eines massiven Ölaustritts. Die Chapra Nation kämpft u.a. gegen die Finanzierung von Petroperu durch die US-Banken Citi and JPMorgan Chase.

Afrika: Olanrewaju Suraju, MR (Nigeria), Menschenrechts- und Umweltaktivist, der sich gegen Umweltzerstörung und gegen Korruption von Regierungen und multinationalen Konzernen der fossilen Industrie in Westafrika engagiert. Er konfrontiert mächtige politische und wirtschaftliche Kreise und hat dafür immer wieder Drohungen erhalten. Olanrewaju ist Obmann des HEDA Resource Centre in Lagos und Koordinator des „African Network for Environment and Economic Justice“.

Europa: Dr. Elisa Privitera (Sizilien/ Kanada), Forscherin im Bereich Stadt- und Umweltplanung, Expertin für partizipatorische Planung, Umweltgerechtigkeit und politische Ökologie. Sie engagiert sich u.a. in Projekten inklusiver Stadterneuerung, beschäftigt sich mit Ko-Produktion von Wissen zugunsten sozialer und Umweltgerechtigkeit, v.a. in der Zusammenarbeit mit marginalisierten Gemeinschaften. 2023-2025 Mitarbeit beim „Just Transitions in Actions“-Projekt, gegenwärtig CERC Network for Equity in Sustainable Transitions (University Toronto Scarborough).

Ozeanien: Cynthia Houniuhi, LLM (Pazifische Inseln), Präsidentin „Pacific Islands Students Fighting Climate Change” (PISFCC). Die Studentenorganisation erreichte durch eine sechsjährige internationale Kampagne, dass der Internationale Gerichtshof in Den Haag im Juli 2025 ein Rechtsgutachten zu den Pflichten der Staaten im Hinblick auf den Klimawandel abgab. Dieser stelle eine „universelle und ernstzunehmende Bedrohung“ dar, aus der sich die völkerrechtliche und menschenrechtliche Verpflichtung ergebe, die Emissionen zu reduzieren und Anpassungsmaßnahmen zu finanzieren. Der PISFCC erhält für seine Initiative auch den heurigen Alternativen Nobelpreis.

Die PreisträgerInnen bilden die Jury für den Preis 2026. Website: courageousscientistsaward.org

 

Foto:  © Eckhart Derschmidt.