Climate Justice – ethical perspectives and experiences from the Democratic Republic

Climate Justice – ethical perspectives and experiences from the Democratic Republic

 

Im Rahmen der Seminarreihe „Klimagerechtigkeit. Ethische Reflexion und transformatives Handeln“, die seit 2019 zum fünften Mal an der Universität für Weiterbildung Krems durchgeführt wird, sprach am 25. Juni 2025 der renommierte Politikwissenschaftler Rigobert Bihuzo Minani. Er leitet das Research and Socio-Political Department, Centre d’Etudes pour l’Action Sociale (CEPAS) an der Universität Kinshasa (Demokratische Republik Kongo, DRC). Der Titel seines Vortrags: “Climate Justice – ethical perspectives and experiences from the Democratic Republic”. Einleitend beschrieb er zentrale ethische Perspektiven auf die Klimakrise: die ungleichen Wirkungen des Klimawandels auf arme und reiche Länder anzuerkennen; einen fairen und gerechten Ansatz zur Bekämpfung des Klimawandels zu fördern; anzuerkennen, dass der Klimawandel nicht einfach ein Umweltproblem darstellt, sondern eine ethische Frage, eine menschenrechtliche Frage und eine Gerechtigkeitsfrage, insofern er verwundbare Bevölkerungen betrifft. Klimagerechtigkeit verlange eine gerechte Transition, die die Belastungen als auch Vorteile von Klimahandeln fair aufteile.

Nach einer kurzen Vorstellung der DRC, dem zweitgrößten Land Afrikas, erläuterte Minani die eminente Bedeutung des Regenwalds im Kongobecken für den Kampf rund um den planetaren Klimanotstand. Die DRC beherbergt den größten tropischen Regenwald – 60% des Regenwalds im Kongobecken befinden sich auf dem Gebiet der DRC. Aufgrund seiner riesigen Ausmaße (3,7 Millionen Quadratkilometer) wird der Regenwald im Kongobecken neben dem Amazonas als „Lunge des Planeten“ bezeichnet. Das Becken umfasst das weltweit größte tropische Moorgebiet, das 26 bis 32 Milliarden Tonnen CO₂ speichert. Minani ist Koordinator des “Ecclesial Network of the Congo Basin Forest” (REBAC), in dem die sechs Länder des Regenwalds kooperieren.

Laut Professor Minani hätten die Folgen der Klimakrise das Land voll erfasst, u.a. in Form von Störungen der Landwirtschaft und damit verbundenem Hunger, Überschwemmungen, usw. Er betonte die primäre Verantwortung der Länder des Globalen Nordens für die Klimakrise, die deshalb primär zu Lösungen beitragen müssten. Sie müssten eine führende Rolle bei der Reduzierung der Emissionen einnehmen, Finanzmittel für die Anpassung an den Klimawandel im Globalen Süden zur Verfügung stellen und die südlichen Länder dabei unterstützen, ein minimales Maß an Entwicklung zu erreichen. Dabei machte er klar, dass es sich dabei nicht um eine Frage von Wohltätigkeit seitens der reichen Länder handle, sondern um eine Frage von Gerechtigkeit.

Foto: Wilson Center mit Genehmigung.